Aktinische Keratose: Ältere lächelnde Frau mit Sonnenhut und Wassergla in der Hand sitzt im Stuhl auf der Terrasse
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Symbolbild

Sonnenschutz ist für alle wichtig, um die Haut gesund zu halten. Wenn schon Hautschäden wie die Aktinische Keratose entstanden sind, ist er besonders wichtig – und zwar das ganze Jahr –, damit sich kein Hautkrebs daraus entwickelt.

Unsere Haut ist ein Leben lang der Sonne ausgesetzt – zumindest bestimmte Stellen. Dabei ist die Haut permanent mit Reparaturprozessen beschäftigt, um das Erbgut ihrer Zellen so gut es geht zu schützen. Manchmal wird die Belastung aber zu viel und es entstehen Schäden, die sich bis hin zum Hautkrebs entwickeln können.

Mögliche Zeichen sind raue, rötliche, oft auch schuppige Hautstellen, die meist in kleinen Gruppen auftreten. Noch bevor sie richtig zu sehen sind, lassen sie sich oft schon mit den Fingern ertasten. Dann sollte man unbedingt aufmerksam werden und zum Arzt gehen, denn die trockenen Stellen sind eine Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms, eine Form des hellen Hautkrebses. In der medizinischen Fachsprache werden diese Hautveränderungen auch Aktinische Keratose genannt.

Typische Stellen für Aktinische Keratose

Die sonnenbedingten Hautveränderungen entstehen in der Regel dort, wo die Haut besonders häufig den UV-Strahlen ausgesetzt ist. Man spricht auch von den Sonnenterrassen:

  • Gesicht
  • unbehaarte Kopfhaut
  • Hals
  • Nacken
  • Ohr
  • Unterarme und Hände

Die rauen Stellen werden 30 bis 60 Millimeter groß und können manchmal jucken oder auch bluten. Schmerzhaft sind sie in der Regel nicht. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für eine Aktinische Keratose. Meist tritt sie ab etwa 60 Jahren auf.

Die Diagnose

Je früher eine Aktinische Keratose entdeckt und behandelt wird, umso eher lässt sich vermeiden, dass daraus heller Hautkrebs entsteht. Denn bei jedem 10. entwickelt sich daraus ein bösartiges Plattenepithelkarzinom. Der Arzt kann schon durch Begutachtung der Hautstellen sagen, ob eine Aktinische Keratose vorliegt. Manchmal kann es sinnvoll sein, eine Gewebeprobe zu entnehmen, die im Labor genauer untersucht wird.

So wird behandelt

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Aktinische Keratose zu behandeln. Die Therapie hängt auch davon ab, ob einzelne Hautstellen auftreten oder die Haut eher flächig betroffen ist. Der Arzt oder die Ärztin werden mit dem Patienten besprechen, welche Therapie im Einzelfall am besten geeignet ist. Bei der photodynamischen Therapie (PDT) wird eine Creme mit Wirkstoffen aufgetragen, die mithilfe von Bestrahlung die Aktinische Keratose zerstört.

Zudem gibt es die Möglichkeit, die Hautstellen mit Laser, Kältetherapie, Austrocknung oder mit verschreibungspflichtigen Salben zu behandeln. Diese enthalten zytostatische oder immunaktivierende Wirkstoffe oder Diclofenac in Hyaluronsäure und werden über mehrere Wochen aufgetragen.   

Der Aktinischen Keratose vorbeugen

Damit erst gar keine Aktinische Keratose und als mögliche Folge heller Hautkrebs entsteht, ist es wichtig, mit dem Sonnenschutz konsequent zu sein und ihn vor allem im Frühling und Sommer beim Aufenthalt im Freien nicht zu vergessen. Das beugt auch dem besonders gefährlichen schwarzen Hautkrebs und anderen Hautschäden wie Pigmentstörungen und frühzeitigen Falten vor.

Meiden Sie vor allem die pralle Sonne in der Mittagszeit von 11 bis 16 Uhr. Wenn Sie sich draußen aufhalten, sollten Sie ein langärmeliges Oberteil und einen Hut mit breiter Krempe tragen und für freie Hautstellen ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor benutzen. Für Aktinische Keratose gibt es eigens entwickelte Produkte mit einem extra hohen Lichtschutzfaktor von 100, das kein Sonnenschutzmittel erreicht.


Alles Wichtige, was Sie zu richtigem Sonnenschutz wissen sollten, erfahren Sie in unserem Beitrag „Sonnenschutz: genau der richtige für mich“.


Für wen ist hoher Sonnenschutz besonders wichtig?

Spezielle entwickelte Lotionen oder Cremes mit besonders hohem Lichtschutzfaktor (LSF 100), der auch als Begleittherapie der Aktinischen Keratose geeignet ist, erhalten Sie bei uns in Ihrer Apotheke. Entsprechende Produkte schützen vor UV-A- und UV-B-Strahlung. In diesen Fällen ist der hohe Schutz besonders zu empfehlen:

  • Wenn eine Aktinische Keratose vorliegt oder bereits behandelt wurde
  • Wenn in der Familie Hautkrebs aufgetreten ist
  • Für helle Hauttypen
  • Wenn Sie schnell einen Sonnenbrand bekommen
  • Bei Sommersprossen oder Pigmentflecken
  • Für alle, die beruflich viel an der Sonne an
  • Wenn Sie sich in der Freizeit viel im Freien aufhalten
  • Wenn Sie über 60 Jahre alt sind

Als Berufskrankheit anerkannt

Seit 2015 ist heller Hautkrebs und seine Vorstufen wie die Aktinische Keratose in bestimmten Fällen als Berufserkrankung anerkannt. Der Hautarzt kann ein Diagnose- und Anerkennungsverfahren einleiten. Wird die Erkrankung als Berufskrankheit anerkannt, übernimmt anstelle der Krankenkasse die gesetzliche Unfallversicherung die Kosten. Dazu zählen dann in der Regel auch die Kosten für Sonnenschutzmittel.

Richtig eincremen

Sonnenschutzmittel wirken nur, wenn sie in ausreichender Menge aufgetragen werden. Als Faustregel für Erwachsene gilt: Für jede Körperregion einen Strang Sonnenschutzmittel in der Länge der ganzen Hand verwenden. Bei Sprays sind das 15 Sprühstöße. Bei Aktinischer Keratose sollte die vorgeschädigte Haut immer geschützt werden – auch im Winter und bei bedecktem Himmel!

Bildquellen

  • Aktinische Keratose: Ältere lächelnde Frau mit Sonnenhut und Wassergla in der Hand sitzt im Stuhl auf der Terrasse: iStock/OJO Images

Jan Henning Staggenborg,

Ihr Apotheker

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